Moinkball Madness

Familienbesuch ist immer ein willkommener Grund, um etwas Nettes zu kochen. Da sich meine Tochter zu den obligatorischen Geburtstags-Pommes (und natürlich Unmengen an Ketchup) dieses Jahr Frikadellen anstatt Würstchen gewünscht hat, war ich quasi genötigt den Smoker anzufeuern.

Das klassische Frikadellen-Rezept passt zwar immer, ein wenig Abwechslung kann aber nicht schaden. Nach kurzer Überlegung fiel die Wahl auf Moinkballs – eine leckere Kombination von Kuh und Schwein.

Als Hauptzutaten kommen „Moo“ in Form von rund 2,5kg Rinderhack und „Oink“ durch 750 Gramm Speckstreifen zum Einsatz. Für Variante 1 wurde die eine Hälfte des Hackfleisch mit einem Ei, einem Teelöffel Salz, etwas in Milch eingeweichtem Brot und einer halben Flasche Painmaker Rough and Horn Whisky BBQ Sauce vermischt. Die zweite Variante wurde mit Hilfe von italienischen Kräutern anstelle der Painmaker Sauce verfeinert.

Die Hackmasse mundgerecht portionieren, zu Kugeln formen (siehe Hinweis unten) und dann mit jeweils einem Speckstreifen umwickeln. Hierzu wickle ich den Speck einmal um den Moinkball herum, mache eine Vierteldrehung und wickle dann die zweite Hälfte erneut um den Moink herum. Die Hackmasse ist dadurch nahezu komplett vom Speck umschlossen und auch ohne Zahnstocher sollte sich der Speck nicht mehr lösen.

Nach einer kurzen Ruhepause im Kühlschrank wandern die 74 Kuh-Schwein-Kugeln für rund eine Stunde bei etwa 160 Grad in den Smoker und werden dabei mit etwas Apfelholz geräuchert. (Die Temperatur sollte übrigens nicht niedriger gewählt werden, sonst wird der Speck nicht richtig knusprig.) Am Ende die eine Hälfte der Moinkballs noch mit dem Rest Painmaker Sauce glasieren und für rund 10 Minuten im langsam abkühlenden Grill ziehen lassen. Am Besten noch warm als Fingerfood auffuttern und die Reste am nächsten Tag als Grundlage für andere Kreationen wie Meatball-Subs, Spaghetti & Meatballs, usw. verwenden.

Küchentipp #143: Frikadellen formen mit dem Eiskugelportionierer

In deutschen Küchen fristet der „Scoop“ die meiste Zeit des Jahres ein langweiliges Dasein als Eisportionierer, speziell in englisch/amerikanischen Küchen finde das extrem hilfreiche Küchenutensil aber häufig Einsatz um Teige oder andere unförmige Massen zu portionieren. Ich verwende für Frikadellen und Moinkballs entweder einen #24 oder #40 Scoop – die Größe ist meistens auf dem kleinen Schaber eingepresst und bezeichnet die Anzahl der „scoops per quart“, also die Anzahl der Portionen um ein volles US-Quart zu füllen. Der 24er Scoop hat rund 38ml Inhalt und liefert in etwa Golfballgröße. Der Inhalt des 40er Scoop ist etwas kleiner als ein Tischtennisball.

Die Vorteile bei der Verwendung eines Portionierers sind nicht nur eine einheitliche Größe, die Frikadellen sind auch bereits mehr oder weniger fertig geformt und man behält eine saubere Hand um den Wasserhahn oder den Herd zu bedienen, ohne die halbe Küche mit Hackmasse vollzuschmieren. Probiert es aus, es lohnt sich!

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